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Einbruchsserie: Fensterbauer rüstet auf

Einbruchsserie: Fensterbauer rüstet auf
1. März 2017 Martin Scherrer

In den Kantonen Aargau und Luzern verunsicherte eine Fensterbohrer-Einbruchsserie die Anwohner. Ein direkt betroffener Fensterbauer zieht nun die Konsequenzen.

700 Fensterbohr-Einbrüche verübt durch einen einzigen Täter: Die schiere Anzahl beweist, wie simpel und erfolgsversprechend ein Einbruch mit der Fensterbohrmethode ist. Und trotzdem sind Bewohner, Polizei und Fensterbauer in vielen Regionen bisher verschont geblieben von diesem Phänomen. Der Grund liegt auf der Hand. Fensterbohrer treten meist im Rahmen von regionalen Einbruchserien auf. Entweder man hat noch nie davon gehört oder man weiss gleich von mehreren Bekannten, welche eine traumatische Begegnung mit einem Fensterbohrer hatten.

Und plötzlich war der Fensterbohrer real
So erging es auch dem aargauischen Fensterbauer Frank Hauri. Als Fachmann für Einbruchschutz war ihm die Fensterbohrmethode geläufig, aber in der Praxis hatte er sie bisher kaum angetroffen. Im Juni 2015 änderte sich dies schlagartig. Aus Staffelbach und umliegenden Dörfern wurden innert weniger Tage Dutzende Fensterbohr-Einbrüche gemeldet. Unter der Bevölkerung machte sich eine grosse Verunsicherung breit. Hauri sah sich plötzlich konfrontiert mit einem bisher nicht ausgesprochenen Kundenbedürfnis: «Wir wollen nachts nicht vom Einbrecher überrascht werden!»

Aufbohrschutz als Lösung
Das bekannteste Mittel gegen Fensterbohrer ist der abschliessbare Fenstergriff. Frank Hauri gibt jedoch zu bedenken: «Der grosse Schwachpunkt bei diesem ist die Tatsache, dass er nur etwas nützt, wenn er auch abgeschlossen ist. Das ist leider selten der Fall». Auf der Suche nach einem effektiveren Schutz stiess Hauri auf den Bohrblocker vom schweizerischen Startup Scherrer System GmbH. Die Platte aus widerstandsfähigem Manganstahl verhindert, dass Fenster im kritischen Bereich aufgebohrt werden.

Im Gegensatz zu Schlössern oder Alarmanlagen ist der Bohrblocker ein äusserst einfacher Schutz mit dem Vorteil, dass er – wenn einmal montiert – nicht jedes mal neu aktiviert werden muss. Unzählige Haus- und Wohnungsbesitzer aus der Region liessen ihre Fenster in der Folge von Hauri mit dieser Sicherung nachrüsten.

Alle erreichbaren Fenster werden nachgerüstet – gratis
Die Gespräche mit den Opfern und die Erkenntnis darüber, wie einfach man sich schützen kann, führten bei Frank Hauri zu einem wichtigen Entscheid: «Ab März 2017 bauen wir den Bohrblocker serienmässig und ohne Aufpreis in allen Fenstern ein, die für den Täter erreichbar sind». Die Kosten für den Bohrblocker und den Einbau übernimmt Hauri gerne angesichts der Tatsache, dass er nun schweizweit der erste Fensterbauer ist, der all seinen Kunden diesen längst überfälligen Schutz bietet.

«Kaum eine Gefahr wurde in der Vergangenheit beim Einbruchschutz so sträflich vernachlässigt wie jene des Fensterbohrens», meint Martin Scherrer, Geschäftsführer von Scherrer System GmbH. Insofern kann man den unternehmerischen Entscheid von Frank Hauri gar nicht genug hoch einschätzen. «Zweifelsohne werden weitere Fensterbauer dem Beispiel von Hauri folgen».

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