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Brutal aus dem Schlaf gerissen – Überfall auf Bauernhof

Brutal aus dem Schlaf gerissen – Überfall auf Bauernhof
13. Juli 2016 Martin Scherrer

(XY-Sendung vom 13. Juli 2016)
In Schleswig-Holstein befasst sich die Kripo seit fünf Jahren mit einer Raubserie, die vermutlich von Tätern aus Osteuropa begangen wird. Opfer sind meist ältere Hausbesitzer, die brutal aus dem Schlaf gerissen und bedroht werden. In einem Fall aus der Serie sind die Betroffenen allerdings noch weit weg vom Rentenalter.

In den frühen Morgenstunden des 9. Januar 2015 brechen drei maskierte Männer in „Fensterbohrer“-Ma­nier in das Wohnhaus eines Bauernhofs in Rickling ein, einem Ort westlich von Bad Segeberg. Sie bohren ein Loch in den Fensterrahmen des Erdgeschoss-Bads und ziehen vermutlich mit Hilfe einer Drahtschlinge das Schloss auf.

Dann überwältigen sie den Landwirt und seine Frau, die im Obergeschoss schlafen. Die Täter haben es vor allem auf den Tresor im Erdgeschoss abgesehen. Das Büro, in dem der Geldschrank steht, benutzt der Landwirt gemeinsam mit seinem Bruder, einem in Schleswig-Holstein angesehenen und erfolgreichen Geschäftsmann. Er wohnt allerdings nicht auf dem Bauernhof.

Beute: knapp 100.000 Euro
Während der Landwirt zunächst davon ausgeht, dass im Tresor nicht viel Geld liegt, finden die Täter dort knapp 100.000 Euro. Der Bruder hatte das Geld eigentlich längst zur Bank und damit in Sicherheit bringen wollen. Er war nicht dazu gekommen. Etwa eine halbe Stunde halten sich die drei Männer in dem Haus auf und fes­seln ihre Opfer mit Kabelbinder.

Bemerkenswert ist, dass die Täter offenbar nicht be­waffnet sind. Zumindest wird das überfallene Ehepaar nach eigenen Angaben lediglich mit Worten bedroht. Nachdem sie noch alle Räume nach Wertgegenständen abgesucht haben, verlassen die Männer den Tatort. Ihre Opfer bleiben gefesselt im Schlafzimmer liegen. Relativ schnell können sie sich von den Kabelbindern befreien und die Polizei rufen. Doch die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen bleiben erfolglos.

Täterbeschreibungen:
Osteuropäer, sollen sich mit Namen angesprochen haben: „Boris“ und „Sascha“; schlank, dunkel gekleidet und mit Sturmhauben maskiert; alle drei mit Stirnlampen ausgestattet. Zwei der Täter waren 1,80 bis 2 m groß, ihr Kom­plize dagegen relativ klein: 1,65 bis 1,70 m; auffällig: außergewöhnlich dünne Beine, schwarze Sneakers mit weißen Schnürsenkeln und weißen Sohlen.

Geraubte Gegenstände:
Auf die Spur der Bande, der seit 2010 mehrere ähnliche Raubüberfälle in Schleswig-Holstein zugeschrieben werden, könnten ein paar Gegenstände führen, die bei Überfällen aus der Serie geraubt wurden:

  • Goldkette mit Freimaurer-Symbol (Winkel, Zirkel, Maurerkelle und Hammer) aus 585er Gelbgold; nicht klar, ob mit „Auge Gottes“ oder ohne.
  • Drei Buddha-Amulette an Goldketten bzw. goldfarbe­nen Ketten; auffälligster Anhänger: Amulett aus Thailand mit vergoldetem Freundschaftsrahmen, im Amulett ein Kranz aus Heilkräutern und bunten glitzern­den Steinen; Alter: vermutlich über 100 Jahre alt.
  • Fünf Goldmünzen aus der Serie „Deutscher Wald“, Motiv Bu­che.
  • Mehrere Safebags, in denen das erbeutete Geld zum Teil verstaut war.

Belohnungen: Für Hinweise, die zur Aufklärung einzelner Taten aus der Raubserie führen, sind mehrere höhere Beträge ausgesetzt – allein im gezeigten Fall aus Rickling 10.000 Euro.

Zuständig: Kripo Kiel, Telefon 0431 / 160 33 33

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