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Blitzeinbrüche, wenn alle schon schlafen

Blitzeinbrüche, wenn alle schon schlafen
17. Oktober 2016 Martin Scherrer

Stellen Sie sich vor, Sie liegen schlummernd in Ihrem Bett, und gleichzeitig sind in der Wohnung Einbrecher unterwegs: So ist es in der Nacht zum Montag Bewohnern der Feldbergstraße, der Richard-Schirrmann-Straße und der Schwarzwaldstraße ergangen. Sechs Einbrüche verzeichnet die Polizei.

TITISEE-NEUSTADT. Sechs ungeklärte Fälle sind es. Geklärt ist einzig die Vorgehensweise der unbekannten Täter: Sie bohrten Löcher in die Rahmen von Fenstern und Terrassentüren, damit sie eine Schlinge hindurchlegen und die Riegel öffnen konnten. Nur in einem Fall blieb es beim Versuch. Die Täter hatten es ausschließlich auf Bargeld abgesehen, sagt Clemens Winkler, der stellvertretende Leiter des Polizeireviers. Die Beute gibt er mit einem Betrag in „mittlerer vierstelliger Höhe“ an, der Sachschaden dürfte ähnlich hoch sein. Nach Informationen der BZ warfen die Täter ausgeräumte Geldbeutel und Taschen draußen einfach weg.

Die Kriminaltechnik hat an allen Tatorten Spuren gesichert, aber eine Spur auf die Einbrecher hat man nicht. Die Ermittler hegen die starke Vermutung, dass es sich um eine überörtlich operierende „fliegende“ Tätergruppe handelt, womöglich aus dem angrenzenden Ausland, die anfährt, blitzschnell und professionell vorgeht und sich wieder davon macht.

Polizei ruft zu erhöhter Aufmerksamkeit auf
Die Polizei fuhr am Montag die Wohnstraßen ab. Man hoffte, durch Befragungen vielleicht Hinweise zu erlangen. Außerdem verteilte man Flugblätter mit Hinweisen zum Schutz vor Einbrüchen sowie Gutscheine, mit denen Bürger eine Gratisberatung ins Haus bestellen können.

Und was können Bürger schon sofort zur Vorbeugung unternehmen, will die BZ wissen. Es könnte als zusätzliche Sicherung schon helfen, mit einem Gegenstand (Stock, Schraubzwinge und Ähnliches) die Riegel zu blockieren, damit ein Fensterbohrer ihn nicht umlegen kann, sagt Winkler. Auch das Licht brennen lassen, könne Täter abschrecken.

Überdies hofft er auf erhöhte Aufmerksamkeit der Bürger für verdächtige Wahrnehmungen in den Wohngebieten. Hinweise nimmt das Revier in Neustadt entgegen ( 07651-93360).

Die Wohnstraßen in Neustadt müssen nicht die letzten Ziele der Einbrecher gewesen sein. Winkler rät ausdrücklich auch den Menschen in den Nachbargemeinden zu Vorsicht, speziell in der Nähe von Bundes- und Landesstraßen, auf denen sich Täter mit dem Auto schnell wieder aus dem Staub machen können.

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